TbL-Verfahren

Beim Twinbond Liner (TbL) - Verfahren handelt es sich um eine Technik, die in geschlossener Bauweise, d.h. ohne Aufgraben, bei der Reparatur erdverlegter, schadhafter Freispiegel-Abwasserleitungen im Nennweitenbereich DN 100 bis DN 400 zum Einsatz kommt.

 

Der Twinbond Liner (TbL) darf nur unter abflussfreien Bedingungen auf eine saubere, gereinigte und hydraulisch vorbehandelte Schadensstelle gesetzt werden.

 

Im Verfahren wird ein mit Harz getränktes Glasfaser-Aramidlaminat mit Hilfe eines Packers an die zu reparierende Schadensstelle positioniert. Dies kann mittels Schiebestangen, Luftschiebestangen oder Seilwinden erfolgen.

 

Die Schadensstelle muss vorher genau eingemessen werden. Die Packer-Positionierung sollte über eine Kamera beobachtet werden.

 

Anschließend wird der Packer mit Luft gefüllt. Dadurch wird die getränkte Glasfaser-Aramidmatte kraft- und formschlüssig an die Rohrinnenwand gepresst, sodass das überschüssige Harz in die Schadensstelle gepresst wird und für eine dauerhafte Abdichtung sorgt.

 

Der Ausbau des Packers erfolgt nach einer ca. 75-minütigen Aushärtung der harzgetränkten Gewebefasermatten (bei einer Umgebungstemperatur von 20 °C).

 

Je kühler die Kanalatmosphäre, desto länger dauert der Aushärteprozess. Je wärmer die Kanalatmosphäre, desto schneller ist die Reaktions- und Aushärtezeit.

 

Der ausgehärtete Kurzliner liegt “kantenfrei” über der zu sanierenden Reparaturstelle und bildet dadurch kein Abflusshindernis. Es entsteht ein “Rohr-im-Rohr-System”, das mit der Rohrwandung eine Einheit bildet.